Manches rund um Führung, Innovation, Sinn und nachhaltige Entwicklung: was vorfällt und dadurch auffällt, jedenfalls dazwischen fällt, die planvolle Zielorientierung unterbricht, irritiert und weiter Gedanken produziert.
Mittwoch, 22. Februar 2012
Wahre Werte

Der Dalai Lama kommt nach Wien. Am 25. Mai 2012 spricht er in der Wiener Stadthalle über Ethik und menschliche Werte in unserer Zeit. Karten zwischen 15,-- und 70,-- Euro.
Donnerstag, 16. Februar 2012
Wie passt das zusammen
Einschreibeprozedur in der Bibliothek einer österreichischen Interessensvertretung, die für ihre kritische Haltung zum Datenschutz bekannt ist:
Mitzubringen sind ein Lichtbildausweis und ein Meldezettel.
Auszufüllen ist ein ca. A6-großer Zettel. Zusätzlich zu Name, Adresse, Geburtstdatum ist die Sozialversicherungsnummer einzufügen. Auf die Frage nach dem Grund dafür ertönt die Antwort: "für die Evidenz" und "wir machen garantiert nichts mit den Daten" und "damit wir Sie finden können, wenn Sie ein Buch nicht zurückgeben".
Okay, verstanden.
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Kleine Volkswirtschaft
Straßenbahnhaltestelle in Wien. Ein Mann in einer Warnweste einer Reinigungsfirma, so um die dreißig, rundlich bis dick, schlechte Haltung. In einer Hand ein transparentes Plastiksackerl, durch das an die zehn Dosen "Energy Drink" einer Billig-Eigenmarke einer Supermarkt-Kette erkennbar sind.
Wie wird es wohl weiter gehen mit dem Mann? Bringt er die Energy Drinks mit zu einer Weihnachtsfeier mit Kollegen und KollegInnen, wo sie zur Trägermasse für Alkohol werden? Ist das vielleicht einfach sein Kaffeeersatz für die nächsten Tage, weil er an seinem Arbeitsplatz sonst an keine Getränke kommt?
Wer macht den Profit? Welche Erzeuger, welche Werbeagenturen, welche Handelsketten? Wer sponsert die Erzeugung dieser Getränke? Wer subventioniert den Anbau des Zuckers? Wer zahlt für die Entsorgung der Dosen? Wer zahlt für die Krankheiten, die durch den kontinuierlichen Konsum dieser Getränke begünstigt werden? Warum schmeckt das den KonsumentInnen?
Montag, 5. Dezember 2011
Regeln aufstellen und einhalten

Auf die Frage was typisch für Erwachsene sei, antwortet Jan in der Zeit Nr. 49 vom 1. Dezember 2011: "Sie stellen Regeln auf und halten sich nicht dran."
Wahrscheinlich weil die Erwachsenen ganz andere Regeln aufstellen, die sie nicht mit Brief und Siegel festhalten. Irgendwelche Regeln muss es ja geben die es ermöglichen dass laut dem österreichischen Notenbankpräsidenten Claus Raidl 14 Milliarden Euro in der Schweiz und in Liechtenstein veranlagt sind. Nicht offiziell natürlich, sogenanntes Schwarzgeld. Würde dieses wieder nach Österreich transferiert, mit einer Steueramnestie zurückgeholt, so könnte der österreichische Staat nur für die Besteuerung der Zinserträge der letzten sieben Jahre auf einen Streich eine Milliarde Euro erlösen.
Sonntag, 30. Oktober 2011
"Wer nicht richtig kommuniziert...
ist eigentlich schon tot". Steht auf der Einladung zu einer Veranstaltung. Wer lebendig ist, kommuniziert richtig und braucht nicht hinzugehen.
Sonntag, 11. September 2011
Brüchig
Geschenkter Bleistift, außen rot. Die Spitze bricht. Wiederherstellen der Funktionalität durch Anspitzen nicht gelungen. Die Mine ist kaum zu sehen. Bricht sie ständig ab oder ist gar nichts drin im Holz? Das Holz um die Mine splittert in so großen Stücken ab, dass der Bleistiftspitzer verstopft.
Ab in den Mülleimer mit diesem Bleistift. Möge das Geschenk kein Hinweis auf den Zustand der schenkenden Organisation sein.
Montag, 29. August 2011
Viel zu spät
Sozialagenda Nr. 27 vom Juli 2011, Magazin der Europäischen Kommission für Beschäftigung und Soziales, trifft am 29. August des selben Jahres bei uns ein.
Am Titelbild das Foto einer leblosen Fabriksanlage, Gewitterwolken, Schatten, Stacheldraht am rechten Bildrand. Titel des Hauptartikels: Anpassung an den Wandel - der Restrukturierungsansatz der EU.
Auflage lt. Impressum: 65.000, Chefredakteur Koos Richelle, Generaldirektor, GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Integration, Europäische Kommission, Brüssel.
Was soll mit diesem wahrscheinlich um zwei Monate verspätet verschickten, abschreckenden und langweiligen Periodikum bewirkt werden? Welche Absichten stecken dahinter? Auslastung für die Druckerei, um Restrukturierungen hinauszuschieben?
